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Christoph Asmuth

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Betreute Dissertationen

Kai Gregor

Vernunftsystem und Irrationalität. Die Funktionen des Grenzbegriffs des Irrationalen zwischen Epistemologie und Ideologie in den Systemphilosophien zwischen 1808 und 1818
Die Dissertation wird die intime Verbundenheit von Vernunftsystem und dem Irrationalen an drei exemplarischen Entwürfen des Deutschen Idealismus untersuchen: Fichtes wissenschaftliches System vollendet evidenter Selbstdurchsichtigkeit der Vernunft, Schellings monistische Existenzialanalyse der Freiheit und Schopenhauers Metaphysik eines irrationalen Lebenswillens. Jedes dieser Systeme erörtert das Irrationale als ein absolutes Fundamentalproblem systematischer Philosophie, das sich zwischen den Polen der absoluten Grenzen des begrifflichen Denkens und dem vernünftigen Anspruch auf rationale Totalerklärung der Wirklichkeit aufspannt. Die Arbeit wird in systematischer Interpretation untersuchen, wie die Probleme des systemimmanenten Totalitätsanspruchs, der Verbindung von System und Irrationalität und einer systembedingenden Grundentscheidung jeweils thematisiert, begründet und überwunden werden. Die Untersuchung konzentriert sich auf eine vernachlässigte Weggabelung, an der sich zwischen 1809 und 1818 die Auffassungen über Funktion und Reichweite der Irrationalität endlicher Vernunft weichenstellend auseinander entwickelten. So werden wesentliche Motive der Entwicklung der Moderne (z.B. der Totalitarismus) systematisch als auch historisch beleuchtet.
Förderung: Gerda-Henkel-Stiftung, Düsseldorf

Patrick Grüneberg

Von der Objektivation zur Genese. Bewußtseinsphilosophie in methodenkritischer Perspektive
Das Ziel des Dissertationsprojektes besteht in einer systematischen Analyse und Interpretation der Wissenschaftslehre Johann Gottlieb Fichtes als Grundlegung einer transzendentalen Theorie des empirischen Bewußtseins. Die Erschließung des Fichteschen Systems orientiert sich dabei an einer methodenkritischen Analyse postcartesianischer und insbesondere neurophilosophischer Positionen, wie sie in der gegenwärtigen Philosophie des Geistes formuliert werden. Der Kern des Problems besteht in der Frage, wie eine Theorie des empirischen Bewußtseins sowohl dem realistischen Moment des Gegebenen als auch dem idealistischen Vollzugsmoment gerecht werden kann. Im Falle materialistischer Ansätze, die das Bewußtsein als einen Weltgegenstand objektivieren, zeigt sich nämlich durch den naturalistischen Methodenrahmen eine einseitige Fixierung auf das realistische Moment, die zu me-thodologischen Aporien führt. Demgegenüber vermag der transzendentalphilosophische Ansatz der idealrealistischen Struktur des Bewußtseins gerecht zu werden. Indem ich die Fichtesche Theorie in direkter Auseinandersetzung mit den Aporien objektivierender Ansätze entwickle, wird es möglich sein zu beurteilen, inwiefern das in der Wissenschaftslehre angelegte Verfahren der Genese einen kon-struktiven Beitrag zur aktuellen Bewußtseinsdebatte leisten kann.
Förderung: NaFöG Berlin

Wibke Rogge

Hegels Begriff der Anerkennung als Modell für eine Gesellschaftstheorie der Gegenwart
Hegels Theorie der Anerkennung soll hinsichtlich ihrer Bezüge zu ihren Ursprüngen in der Philosophie Fichtes untersucht werden, um sie in einer subjektphilosophischen Perspektive betrachten zu können. So gedeutet bietet sie das Potential, um gegenwärtige Handlungs-theorien zu modifizieren und die Situation des Individuums in seiner Gesellschaft neu zu positionieren. Entgegen einer fortschrittshistorischen Lesart, soll eine derart begründete Interpretation der Anerkennung die Frage nach einer Begegnung der Subjekte, welchen Intentionalität im Handeln zugeschrieben wird, behandeln. Die schwierige Lage, der gegenwärtigen Diskussion um Anerkennung als einer Forderung nach Gleichberechtigung bei gleichzeitiger individueller Pluralität kann so in einem neuen Licht betrachtet werden.
Förderung: NaFöG Berlin